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Bodensanierung Gaswerk Ulm

Über hundert Jahre lang, von 1857 bis 1967 wurde in Ulm zwischen der Neutorbrücke (auch Ulmer Gasbruck genannt) und der Ludwig-Erhard-Brücke Gas erzeugt. Anfang der Sechzigerjahre begann das Ulmer Gaswerk auf den Bezug von Ferngas umzustellen. Die letzten Gas-Erzeugungsanlagen an der „Ulmer Gasbruck“ wurden längst stillgelegt und zurückgebaut.

Ende der achtziger Jahre gab das Land Baden-Württemberg Schadstoff-Erkundungen auf dem ehemaligen Gaswerksgelände in Auftrag. Ziel war es, die Böden langfristig von den schädlichen Rückständen aus der Gasproduktion zu befreien. Vor dem Bau des heutigen Hauptgebäudes der Stadtwerke Ulm (SWU) wurde bereits ein Großteil der belasteten Böden ausgetauscht. Die Untersuchungen der vergangenen Jahre zeigten jedoch, dass nach wie vor kontaminiertes Erdreich auf dem Grundstück zu verzeichnen ist. Weil diese Altlasten eine latente Gefahr für das Grundwasser darstellen, soll nun das belastete Erdreich beseitigt werden.

Von den Stadtwerken Ulm erhielt Geiger, in Arbeitsgemeinschaft mit einem Partnerunternehmen, den Auftrag für die Sanierung des Geländes zwischen der Neutorbrücke und der Ludwig-Erhard-Brücke. Für die Abwicklung des Projektes wurde eigens die ARGE Sanierung Gaswerk Ulm gegründet.
Der Leistungsumfang beinhaltet eine umfangreiche Baugrubensicherung mittels einer speziellen Bohrpfahlwand. Hier werden insgesamt 104 Bohrpfähle mit rund 16 Metern Länge und 1,20 Meter Durchmesser erstellt. Die Pfähle umgeben die gesamte Baugrube und bilden dadurch eine einsturzsichere Wand. Diese Sicherung verhindert zugleich, dass das Betriebsgebäude der SWU und die Grundpfeiler der angrenzenden Ludwig-Erhard-Brücke beim Austausch der kontaminierten Böden beeinträchtigt werden.

Rund 7.500 cbm kontaminiertes Material müssen in den kommenden Wochen ausgetauscht werden. Die Baugrube nimmt eine Fläche von etwa 50 mal 12 Meter ein und wird rund 12,5 Meter tief werden. Dieser ungewöhnlich tiefe Bodenaustausch ist notwendig, da hier Schadstoffe wie beispielsweise Kohlenwasserstoffe, Phenole und Ammonium in einer besonders hohen Konzentration ermittelt wurden.

Der Baubeginn für das Projekt war im August 2006. Voraussichtlicher Fertigstellungstermin ist bereits im Januar 2007.

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